| Hoher Besuch aus Japan |
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| Geschrieben von Jürgen Seebeck | |
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Seite 1 von 4 Im Spätsommer, als ich gerade in der Krone eines alten Pflaumenbaums in unserem Garten arbeitete, rief mich Maeda Sensei (Menkyo Kaiden) an. Eigentlich hatte ich mit ihm vereinbart, dass er nach drei Jahren, die seit seinem letzten Besuch in Hamburg vergangen waren, im Oktober 2010 das Alster Dojo wieder für ein Wochenseminar im Hôzôinryû Takadaha Sôjutsu besuchen würde. Nun teile mir Maeda Sensei aber mit, dass unser Sôke, Kagita Chûbê, das 20ste Oberhaupt der Hôzôinryû, Zeit habe und zusammen mit einigen anderen Mitgliedern der Schule an seiner statt uns im September endlich einen, wenn auch kurzen, Besuch abstatten wolle. Nach einigen Telefonaten zwecks Reisekoordination mit Nishio Sensei (Menkyo Kaiden), der Kagita Sôke begleiten würde, standen dann Zeiten und die Besucher fest: Kagita Sôke, Nishio Sensei, Herr Mima (Menkyo) und Herr Takahashi (Mokuroku) aus Nara in Japan sowie Herr Tomiyama (Mokuroku) aus Rumänien würden am Sonntag, 05. September in Hamburg ankommen, um mit den Hamburger Angehörigen der Schule am Montag, 06.09. und Dienstag, 07.09. zu trainieren, bevor sie Hamburg am Nachmittag des Dienstags wieder verlassen würden. Am Sonntag Abend nahmen wir Kagita Sôke, Nishio Sensei und Herrn Mima am Hamburger Flughafen in Empfang. Nach dem Checkin im Hotel ging es dann in die Oberhafenkantine, das wohl schrägste Restaurant Deutschlands, wenn nicht Europas oder sogar weltweit. Wo wir zusammen mit Herrn Tomiyama, der inzwischen zu uns gestoßen war, einen bierseligen Abend bei Weißwurst mit Hering (sehr empfehlenswert!) verbrachten, in dessen Verlauf der Ablauf der kommenden zwei Tage durchgegangen wurde. Für den Montag war ein ganzer Tag Training eingeplant, das leistungsstufenorientiert sein sollte. Am Ende dieses ersten Tages würde dann der Sôke entscheiden, ob es am Dienstag Prüfungen geben würde oder nicht. Später des Abends mussten wir dann noch einmal zum Hamburger Flughafen, um unseren Freund Matthew Preston (zu dieser Zeit noch Jôkyû) aus England, der ebenfalls am Seminar teilnehmen würde, abzuholen. Am Morgen des folgenden Montags dann endlich begann das Training. Den Vormittag über übten Nishio Sensei und Herr Mima mit den Trägern des Jôkyûs, während Herr Tomiyama sich in der zweiten Halle des Alster Dojo e.Vs. der Ungraduierten und eines Chûkyû-Trägers annahm. Nach einem 1a chinesischen Buffet zur Mittagszeit führten dann Nishio Sensei, Herr Mima und Herr Tomiyama die Formen des Hôzôinryû Takadaha Sôjutsus vor (Videos davon gibt es hier) , bevor es mit dem Training weiterging. Den Nachmittag über trainierte Nishio Sensei mit denjenigen, deren Graduierung unter Jôkyû lag. Herr Mima und Herr Tomiyama hingegen übten mit den Jôkyû-Graduierten. Kagita Sôke überwachte den ganzen Tag lang das Training. Am Ende dieses harten Trainingstages entschied Kagita Sôke, der mit dem Niveau des Trainings in Hambur offensichtlich außerordentlich zufrieden war, dann, dass es am folgenden Dienstag Prüfungen zum Shokyû, Jôkyû und Mokuroku geben sollte. Die große Überraschung dabei war, dass dies auch für die einzige Frau weltweit galt, die Hôzôinryû Takadaha Sôjutsu übt. Damit ist die "Frauenfrage" zumindest für den Hamburger Ableger der Schule endlich geklärt. Nach dem Training ging es zu norddeutschen Deftigkeiten in eine Kneipe in der Nähe unseres Dôjôs. Irgendwann in der Nacht zu Dienstag kam dann auch Herr Takahashi aus Japan in Hamburg an. Am Dienstag Morgen waren alle Prüflinge sehr angespannt. Prüfungen sind immer eine Herausforderung. Aber vor den Augen des Oberhaupts der eigenen Schule vorzuführen ist eben etwas noch Besondereres. Die Prüfungen dauerten bis zum frühen Mittag. Danach gab es für jeden Prüfling von Prüferseite eine persönliche Kritik, was gut war und was zu verbessern. Dann folgte Kagita Sôkes Urteil. Alle Prüflinge hatten bestanden. Im Detail heißt das, drei neue Shokyû, darunter die erste graduierte Frau, Katja Kürzinger-Seebeck, in über 450 Jahren Geschichte der Schule, ein Jôkyu und vier Mokuroku, davon drei aus dem Hamburger Dôjô und Matthew Preston aus England. Herzlichen Glückwunsch! Am Nachmittag verabschiedeten wir unsere Besucher. Kagita Sôke war von dem Besuch in Hamburg sehr angetan und versprach, auf alle Fälle wiederzukommen. |
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